Tarot · Große Arkana · XVII
Der Stern: Bedeutung der Tarotkarte
Der Stern beschreibt die Ruhe nach dem Turm: Hoffnung, die nicht laut ist, Vertrauen, das nicht begründet werden muss, eine Erneuerung, die von innen kommt. Hoffnung, Vertrauen, Erneuerung: Das sind die Stichworte, die die Tradition dieser Karte gibt. Was sie beschreibt, aufrecht und umgekehrt, in der Liebe, im Beruf und als Tageskarte, steht hier — gelesen als Beschreibung einer Lage, nicht als Vorhersage.
Das Bild
Was auf der Karte zu sehen ist
Eine nackte Frau kniet am Wasser, gießt aus zwei Krügen, einen ins Wasser, einen auf das Land. Über ihr ein großer gelber Stern und sieben kleine, im Hintergrund ein Vogel auf einem Baum. So zeigt es das Rider-Waite-Smith-Deck von 1909, das in Deutschland am weitesten verbreitet ist; ältere Decks bilden die Szene anders ab, und die Deutung ist an vielen Stellen erst mit diesem Bild entstanden.
Die Deutung
Der Stern aufrecht und umgekehrt
Aufrecht
Der Stern beschreibt die Ruhe nach dem Turm: Hoffnung, die nicht laut ist, Vertrauen, das nicht begründet werden muss, eine Erneuerung, die von innen kommt. Die Frau ist ungeschützt und fürchtet sich nicht. Die Karte steht für Heilung im weiten Sinn, für Inspiration und für die Erfahrung, dass nach einem Einsturz etwas Klares übrig bleibt. In einer Legung markiert der Stern oft eine Phase, in der man wieder an etwas glauben kann, ohne Beweis, und die Frage ist, ob man sich das erlaubt.
Der Stern kommt nach dem Turm. Immer.
Umgekehrt
Umgekehrt beschreibt der Stern Hoffnungslosigkeit oder das Gegenteil, eine Hoffnung, die sich von der Wirklichkeit gelöst hat: Illusion, Selbsttäuschung, Warten auf ein Wunder statt Handeln. Er kann auch beschreiben, dass jemand nach einer Krise das Vertrauen verloren hat und es nicht wiederfinden will, aus Angst vor dem nächsten Blitz. Die Frage, die er dann stellt: Worauf hoffe ich, ohne etwas dafür zu tun, und worauf höre ich auf zu hoffen, obwohl es möglich wäre?
Nach Lebensbereich
Der Stern in der Liebe, im Beruf und als Tageskarte
In der Liebe
In Beziehungsfragen beschreibt der Stern Vertrauen nach einer Verletzung, Offenheit, Hoffnung auf eine Verbindung ohne Schutzpanzer. Umgekehrt: Idealisierung oder Resignation.
Im Beruf
Beruflich steht die Karte für Inspiration, Neuanfang nach einem Scheitern und Arbeit, die aus Überzeugung kommt.
Als Tageskarte
Als Tageskarte beschreibt der Stern einen Tag, an dem man sich erholen und wieder Zuversicht fassen kann. Die Frage des Tages: Wo darf ich heute hoffen, ohne dafür einen Beweis zu brauchen? Eine Karte für heute ziehen: Tageskarte ziehen.
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Einordnung
Woher die Deutung stammt und wo sie aufhört
Tarot ist kein Teil der Astrologie, sondern ein eigenes Deutungssystem mit eigener Geschichte: Die Karten entstanden im 15. Jahrhundert in Norditalien als Spiel, die Deutung als Orakel kam erst im späten 18. Jahrhundert dazu, und die Bilder, an denen sich die heutige Deutung orientiert, stammen von 1909. Nichts davon ist überprüfbar im Sinne einer Wissenschaft; die Karten wissen nichts über dich. Was sie leisten, ist etwas anderes: Sie geben einer Lage ein Bild und eine Sprache, und an beidem lässt sich prüfen, ob etwas dran ist. Wie wir lesen, steht auf der Tarot-Übersicht.
Wenn es gerade schwer ist
Wenn dich eine Trennung, ein Verlust oder eine anhaltende Belastung hierher gebracht hat: Eine Karte kann ein Anlass zum Nachdenken sein, sie ersetzt keine ärztliche oder psychotherapeutische Hilfe. Die Telefonseelsorge ist rund um die Uhr kostenfrei erreichbar unter 0800 111 0 111 und 0800 111 0 222.
Häufige Fragen zur Karte Der Stern
Was bedeutet die Tarotkarte Der Stern?
Der Stern beschreibt Hoffnung, Vertrauen und Erneuerung nach einer Erschütterung: die Erfahrung, dass etwas Klares übrig bleibt. Die Karte beschreibt eine innere Lage, kein äußeres Ereignis.
Was bedeutet Der Stern umgekehrt?
Umgekehrt beschreibt der Stern Hoffnungslosigkeit oder Illusion, Warten auf ein Wunder statt Handeln, verlorenes Vertrauen nach einer Krise. Die Frage lautet, worauf man hofft, ohne etwas zu tun.
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Die Karten daneben
Verfasst von Monika Marbach · Stand 5. September 2026